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Essen und Trinken auf Korsika

Die korsische Küche ist gar nicht mal schlecht, obwohl ich meine diesbezüglichen Kenntnisse aufgrund von Geiz weitgehend aus meinem Reiseführer habe. Typischerweise würzen die Korsen recht ordentlich.

In Gaststätten werden fast immer Menüs serviert; sie sind teurer als ein Gaststättenessen in Deutschland, dafür aber auch reichhaltiger. Manchmal ist auch der Wein inbegriffen, aber die Bedienung ist es nie; ein Trinkgeld von etwa 10% wird erwartet. Insbesondere an der Küste gibt es jede Menge Meeresgetier zu essen, aber auch italienische Gerichte wie Pizza und Pasta gibt es fast überall.

Wer billig leben will, kann sich an der Küste in Supermärkten mit allem nötigen eindecken und selber kochen. Wer dabei etwas die einheimische Küche imitieren will, dem seien hier ein paar Speisen ans Herz gelegt.


Charcuterie Corse - Wurstwaren

Auf Korsika gibt es gute Wurst (Saucisse und Saucisson) und Schinken, die meist als Vorspeisen (hors d'oevres) serviert werden, aber auch einen prima Brotbelag abgeben. Besondere Spezialitäten sind Coppa und Lonzu, beides Schinken. Lonzu wird im Naturdarm aus würzigem Schweinefilet hergestellt, und Coppa ist ein rollbratenähnliches Zeugs aus durchwachsenem Schweinekamm. Dann gibt es noch den Prizuttu, einen rohen Schinken, butterweich und zart, hervorragend geeignet für die "casse-croûte", belegte Brote. Figatelli heißen die dunklen Schweinsleberwürste, die man gebraten oder einfach so zu Brot ißt. Salsiccia ist ebenfalls eine - meist gut gewürzte - Würstchenart.

Wer (meiner Meinung nach) etwas sadistisch veranlagt ist, mag Pâté de Merle probieren. Es handelt sich um eine Amselpastete, die mit Myrthe gewürzt wird. Die Produktion ist mittlerweile verboten, aber die Restbestände dürfen noch verkauft werden, und sicherlich wird das Zeugs auch noch produziert.


Fisch und Krustentiere

Sowas ist auf Korsika recht teuer. Das Zeug wird wegen zurückgehender Fangmengen zunehmend importiert. Langusten (korsisch arigosta) werden von den Touristen immer wieder gerne verspeist; am ehesten kriegt man echt korsische Langusten am Cap Corse oder in Bonifacio. Oursins (Seeigel) werden roh (!) oder im Omelett gebacken verspeist. Austern und Muscheln stammen aus den Etangs (Tümpel mit Meeresanschluß) der Ostküste. Auf Märkten oder in Poisonnerien (Fischhandlungen) findet man Daurade (Goldbrasse), ein leckerer Speisefisch mit dicken, gut zu entfernenden Gräten, und Rouget (Rotbarbe), der meist gegrillt auf den Tisch kommt. Eine Delikatesse ist der ziemlich teuere Loup (Wolfsbarsch). Der St. Pierre-Fisch wird gekocht, und Sole (Seezunge) gibt es auch noch. Bekannt sind auch zwei Sorten von Fischsuppen: die soupe de poisson mit geriebenem
Käse und geröstetem Brot, und die nicht damit zu verwechselnde Aziminu (Bouillabaisse). Wer's mag, kriegt auch Friture du golfe, fingerlange Fischchen in Öl gebacken. Im Landesinnern ißt man Bachforellen.


Fleisch

Sowas haben wir (ebenso wie Fisch) nie gekauft; ich schreibe einfach aus dem Reiseführer ab.

Gigot d'Agneau: Lammkeule oder auch Lammkotelett oder Lammbraten.

Cabri: Zicklein, schmeckt leicht etwas langweilig, als Ragout besser.

Sanglier: Wildschwein steht im Herbst, nach Beginn der Jagdsaison auf den Speisekarten, als Braten oder Ragout, ja sogar als "Terrine de Sanglier" (Wildschweinsuppe). Marcassin ist Frischling.

Lapin: Kaninchen, gibt's häufig im Inland.

Stufatu: ein Fleischgericht aus Rind und Lammfleisch mit Nudeln und Käse, selten.

Tripes: Kutteln, nicht jedermanns Geschmack, gelten aber als Delikatesse.


Käse

Es gibt auf Korsika eine reiche Auswahl verschiedener Schafs- (Brebis) und Ziegenkäse (Chèvre). Sie sind meist recht pikant und herzhaft und decken ein weites Spektrum an Geschmäcken ab. Man sollte sich aber nicht scheuen, vor dem Kauf eine Riechprobe zu machen: je älter, desto riechiger und dunkler.

Auf Korsika gibt es eine Fliege, die ihre Eier in einige Käsesorten ablegt. Irgendwann ist der Käse dann voller dünner Maden, die beim Reinbeißen sprungartig das Weite suchen. Das ist nun wirklich nicht jedermanns Geschmack, aber die Korsen essen solchen Käse immer noch sehr gerne, denn die Exkremente der Maden verleihen dem Käse einen besonderen Geschmack (nicht, daß wir das ausprobiert hätten). Sowas kriegt man aber sicher nicht in Supermärkten, keine Angst.

Als Spezialität gilt der Brocciu, ein quarkähnlicher Frischkäse, würzig und cremig. Nicht zu verwechseln mit dem ähnlich verpackten Brousse, der aus Trockenmilch hergestellt wird. Den richtigen Brocciu gibts nur von Oktober bis Juni.


Diverses

Obst gibt es auf Korsika reichhaltig und zu manierlichen Preisen. Bei der Hitze ist das eine prima Sache.

Brot gibt es fast nur als Weißbrot in den bei den Franzosen üblichen Formen, also als Doppellaib (außen hart, innen nichts, nicht sehr zu empfehlen), als Baguette (dünnes Stangenbrot, gut für unterwegs), als Flûtes (dicker als Baguette, auch Restaurant genannt, unserer Ansicht nach die praktischste Form) und als Panier (eine Art Flûtes mit spitzen Enden). Vollkornbrot kriegt man in den Supermärkten. Wer es sich leisten will, ißt zum Frühstück croissants (Hörnchen) oder pains au chocolat (eine Art schokoladengefülltes Kaffeestückchen).

Honig (miel) ist ein beliebtes Mitbringsel; es gibt auf Korsika sehr viele Arten davon, die sich geschmacklich deutlich unterscheiden. Der dunkle Kastanienhonig schmeckt sehr kräftig, fast schon bitter, Honig aus der Cargèse ist würzig, der aus der Balagne mild.

Gâteaux Corse ist ein plätzchenartiges Gebäck, das jeder Bäcker nach seinem eigenen Rezept macht. Als Snack zwischendurch prima.

Weiteres findet sich sicher auch in Deinem Reiseführer, wenn Du mal nach Korsika kommst.


Wein

Auf Korsika gehört, ebenso wie in Frankreich, zu jedem Essen Wein. Das Angebot an korsischen Weinen ist reichhaltig, auch französische und italienische Weine sind zu kriegen, ansonsten guckt man in die Röhre. Wein beliebt allerdings recht teuer zu sein.

Unser Lieblingswein ist der Muscat, ein Weißwein mit fast likörartigem Geschmack und 15% Alkohol. Sehr süffig und sehr eigen, und insbesondere recht billig.


Sonstige Getränke

Man kriegt alles zu kaufen, was es auch sonst in Europa gibt. Cola und Limo einer der beiden großen amerikanischen Firmen (die mit dem schönen C) gibt es fast überall, aber mitunter zu unfreundlichen Preisen. Besser nimmt man die französischen Standardgetränke, diverse Limos (unsere Lieblingssorte: Orangina, besonders die nicht so süße Light-Variante) oder gleich Wasser. Kohlensäurehaltige Sprudel sind oft Salzlösungen.

Das billigste Getränk in Gaststätten in entlegenen Gegenden ist nicht selten (neben Wasser) eines der Nationalgetränke der Franzosen: Pastis, ein etwa 45-prozentiger Anisschnaps, den man mit Wasser verdünnt auf Eis trinkt.

Bier ist so eine Sache. Fast überall bekommt man Kronenbourg, und das schmeckt, gemessen an dem, was Deutsche so gewöhnt sind, greulich.

Wer in den Bergen rumlatscht, wird fast überall Quellwasser finden. Wir haben aus allem getrunken, was nicht moderig war, und es hat uns nicht geschadet. Allerdings berichtet Torben Kloss <klost000@goofy.zdv.Uni-Mainz.de>, daß im Süden der Insel mittlerweile viele Quellen gefaßt und mit Schläuchen umgeleitet seien, deren Auslässe ideale Bakterienbrutstätten darstellen. Hier ist also Vorsicht und möglicherweise die chemische Keule (z.B. Micropur) angesagt.

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